Moremi
Die Fahrt von Maun nach Moremi erweist sich in den frühen Morgenstunden als eine echte Herausforderung. Über die letzten zwei Wochen wurde unsere Windschutzscheibe regelrecht sandgestrahlt und die unzähligen Sandkorn-Abdrücke erweisen sich jetzt im Gegenlicht nicht unbedingt als Vorteil...
Original Swiss Army Coat in Botswana
Wir erreichen irgendwann das Veterinär-Gate und staunen nicht schlecht, als uns der “Gatekeeper” in einem bekannten Outfit begrüsst. Als wir ihn auf seinen prähistorischen “Swiss Army Coat” ansprechen, macht er fast Freudensprünge und als er erfährt, dass ich auch einmal so ein Ding zuhause hatte, sind wir schon fast Freunde. Dass der arme Mann trotz schwerster Bekleidung friert, wundert uns natürlich gar nicht - wir verzichten aber auf das Fachsimpeln über funktionelle Militärbekleidung und nach dem freundlichen Schwatz fahren wir gut gelaunt weiter.
Moremi - Wildlife
Die Anfahrt zum Camp Moremi wird eine weitere Prüfung für unseren “Diesel-Traktor”, da der Zufahrtsweg komplett unter Wasser ist. Der Untergrund ist damit nicht sichtbar ist und unser Fahrzeug muss gezwungenermassen einige Schläge aushalten. Der Weg lohnt sich aber auf jeden Fall; wir erleben einmal mehr die Tierwelt Botswanas hautnah. In der Nähe der “Third Bridge” entdecken wir wiederum Löwen, die sich unter der Sonne wärmen und ziemlich faul herumliegen.
Moremi - Elephants
Ein Game-Drive ohne Elefantensichtung ist in Moremi schon fast unmöglich. Dies ergibt aber auch neue Herausforderungen, beispielsweise wenn man unabsichtlich mitten in eine Elefantenherde gerät. Natürlich sind es einmalige Momente, wo man die Gelegenheit erhält, Jungelefanten zu fotografieren. Aus Erfahrung weiss man, dass sich die Jungtiere relativ schnell durch ein Fahrzeug bedroht fühlen und dass man sich stets um eine Rückzugsmöglichkeit kümmern muss - das wäre soweit der Plan. Nach zwei Fotos fordert dann der Jungelefant auch erwartungsgemäss durch unüberhörbares Trompeten Verstärkung an und es dauert auch nur einige Momente, bis die mächtige Mama auftaucht, um die Situation zu klären. Das wäre im Normalfall kein Problem, da man in diesem Augenblick mit dem Fahrzeug den Rückzug antritt. Etwas ungemütlich wird die Situation allerdings, wenn man im Rückspiegel bemerkt, dass in der Zwischenzeit ein Teil der Elefantenherde den Rückweg abgeschnitten hat. Vorwärts ausweichen geht nicht wegen der übrigen Herde und auf der Seite ist dichtes Buschwerk. Eine realistische Einschätzung und gründliche Analyse der eigenen Situation resultiert im Ergebnis “Zwickmühle - es muss ein neuer Plan her und dies eher schnell...”. Nach einigen Fahrmanövern und mit einem Scheinrückzug als Antwort auf den Scheinangriff, gelingt uns schliesslich die Flucht.
Moremi - Landscape and Birdlife
Im Moremi Wildreservat sollte man unbedingt eine Bootsfahrt in der Xakanaxa Lagune unternehmen. Die östliche Ausdehnung des Okavango Deltas zeigt eine einzigartige Landschaft und Vogelwelt.

South Gate
Eigentlich wollten wir vom Camp Moremi weiter zum North Gate und entlang des Kwai Rivers fahren. Durch die starken Regenfälle war dieser Weg für unseren Nissan allerdings unpassierbar. Kurzentschlossen planen wir deshalb eine Übernachtung am South Gate. Auf dem Camp Areal errichten am späteren Nachmittag zwei Familien aus Südafrika ihre Zelte, bevor sie sich auf einen Game-Drive begeben - für sie soll die nächste Nacht eine einschlägige Erfahrung werden, doch mehr dazu später.
Riesige Elefantenherden
Wir machen uns ebenfalls auf den Weg und beobachten an einer nahen Wasserstelle einige Elefanten. Irgendwie scheint nicht viel los zu sein aber plötzlich füllt sich die Szene in einem unglaublichen Tempo mit weiteren Elefanten, bis eine Herde, bestehend aus mehr als 100 Tieren, vor Ort ist. Wir erahnen auch schon was weiter passieren wird, denn eine zweite grosse Herde taucht auf und die erste Herde droht, unseren Rückzugsweg abzuschneiden. Nach den Erfahrungen in Moremi und mangels Alternativen entschliessen wir uns für einen schnellen Rückzug und fahren zurück ins Camp bevor die Dämmerung einbricht.
Alarm im Camp
Im Camp beginnen wir mit unseren Vorbereitungen für das Nachtessen, als wir in weiter Ferne Löwengebrüll hören. Dies ist nicht weiter schlimm, wir schätzen die Entfernung auf ca. 3-5Km und damit als sicher. Rund um uns herum alarmieren Eichhörnchen, was aber nichts heissen soll, denn diese Tiere meckern manchmal stundenlang, nachdem sie eine Schlange gesehen haben. Kurz darauf ertönt aber der Warnruf eines Frankolin, welcher ca. 100m von uns entfernt ist, d.h. die Sache ist ernst. Für uns heisst dies nun definitv Alarmbereitschaft und wir beginnen, die Fotoausrüstung ins Dachzelt zu verfrachten - für alle Fälle.
South Gate - Hyänen im Camp
Während wir die Fotoausrüstung mit dem Hintergedanken an ein Löwen-Fotoshooting im Dachzelt verfrachten, ertönt ein weiterer Warnruf, dieses Mal allerdings von der Co-Fotografin: “Hyänen im Camp!”. Einmal mehr hatte der Frankolin also recht und vor unseren Augen schleicht sich eine Hyäne durch das Camp. Da nichts Essbares herumliegt, ist der Spuk schnell vorbei und wir beginnen mit dem Feuermachen.
Panik bei den Südafrikanern
Inzwischen kehren die südafrikanischen Nachbarn in völliger Dunkelheit zurück und es ist Ehrensache, dass wir sie über die Hyänen informieren. Sie scheinen allerdings ziemlich desinteressiert und so kehren wir an unser Feuer zurück. Während dem Tee trinken erschleicht uns dann allerdings plötzlich ein mulmiges Gefühl und wir beschliessen, die Tassen im Dachzelt leerzutrinken. Es vergehen dann nicht einmal 30 Sekunden, bis wiederum eine Hyäne auftaucht. Die Südafrikaner kriegen davon allerdings nichts mit, da sie ihre Zelte so aufgeschlagen haben, dass ihnen die Sicht auf die Hauptarena verwehrt bleibt.
Wir beobachten das Geschehen noch eine Weile vom Dachzelt aus, bis einer der Nachbarn mit seiner Stirnlampe zufällig in die Büsche leuchtet und zwei reflektierende Augen erkennt. Ab jetzt herrscht Panik bei den Nachbarn! Kinder und Frauen in die Zelte und die heldenhaften Männer beginnen mit ihren Lampen wild herumzuleuchten. Es folgen wilde Diskussionen und hastige Aufräumarbeiten.
Willkommen in der Wildnis!
Da wir inzwischen müde sind, legen wir uns in die Schläfsäcke und hören in unmittelbarer Nähe Elefanten. Nichts Aussergewöhnliches, wären da nicht unsere Rookies in den Nachbarzelten. Es wird wieder wild diskutiert und mit Lampen ziellos herumgeleuchtet; auch unser Zelt wird regelmässig von den Lichtkegeln getroffen. Wir überlegen uns, ob wir den Nachbarn mitteilen sollen, dass von uns keine Gefahr ausgeht und öffnen schliesslich das Zelt. Da kommt auch schon der Nachbar panikartig angerannt und schreit uns an: “There are Hyenas and Elephants - a lot of them and everywhere!!!”. Ja ok - wir machen ihm klar, dass er uns nichts Neues erzählt und bitten ihn doch etwas leise zu sein, damit wir schlafen können. Als wir nach Mitternacht kurz die Lage für einen Toilettengang checken, sind die Nachbarn immer noch aufgewühlt und am Herumleuchten - geschlafen haben unsere Freunde diese Nacht wohl wenig - Willkommen in der Wildnis!












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